Mentale Gesundheit bei schlechtem Wetter – warum graue Tage mehr Aufmerksamkeit brauchen

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Mentale Gesundheit bei schlechtem Wetter Tipps und Tricks

Kalte Tage, grauer Himmel, wenig Tageslicht: Was viele als „Herbstblues“ kennen, hat reale Auswirkungen auf unsere Psyche. Mit dem Rückgang des Sonnenlichts sinkt die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin, während das Schlafhormon Melatonin zunimmt – wir fühlen uns müde, antriebslos und oft melancholisch.

Diese saisonale Stimmungsschwankung betrifft nicht nur einzelne Personen, sondern ganze Lebens- und Arbeitsbereiche. Besonders Menschen in sozialen Berufen, die täglich mit emotionalen Themen arbeiten, sind anfälliger für Erschöpfung und Stresssymptome. Mentale Gesundheit ist also keine Nebensache – sie ist Grundlage für Stabilität, Empathie und Leistungsfähigkeit.

Mentale Gesundheit verstehen – ein systemischer Blick

Mentale Gesundheit bedeutet mehr als die Abwesenheit psychischer Erkrankungen. Sie beschreibt unser seelisches Gleichgewicht, unsere Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen, Beziehungen zu gestalten und Sinn im Alltag zu finden.

Aus systemischer Sicht ist mentale Gesundheit kein individueller Zustand, sondern ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren:
➡️ persönliche Ressourcen
➡️ soziale Beziehungen
➡️ Arbeitskontexte
➡️ gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Wenn sich ein Teil dieses Systems verändert – etwa durch den Jahreszeitenwechsel, zunehmende Isolation oder Stress – gerät das ganze System in Bewegung. Systemisches Denken hilft, diese Dynamiken zu erkennen und bewusst gegenzusteuern.

Der „Winterblues“ – mehr als nur schlechte Laune

Der sogenannte „Winterblues“ (medizinisch: saisonal abhängige Depression) betrifft in Mitteleuropa schätzungsweise 10–15 % der Bevölkerung.
Typische Anzeichen sind:

  • Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit

  • Schlafstörungen oder übermäßige Müdigkeit

  • Heißhunger auf Kohlenhydrate

  • Rückzug aus sozialen Kontakten

Während viele Betroffene ihre Symptome als „normal“ abtun, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Schon kleine Veränderungen im Alltag – Bewegung, Tageslicht, Routinen – können viel bewirken. Doch manchmal braucht es auch professionelle Unterstützung, um tieferliegende Themen sichtbar zu machen.

Systemische Perspektive: Wenn Umfeld und Stimmung sich gegenseitig beeinflussen

Systemisches Coaching betrachtet den Menschen immer im Kontext seiner Beziehungen und Lebensumstände.
Gerade bei Stimmungstiefs im Herbst oder Winter lohnt sich diese Perspektive:
Wie wirken sich Routinen, Arbeitsplatz, familiäre Dynamiken oder eigene Erwartungen auf die Stimmung aus?
Welche unbewussten Muster oder Glaubenssätze verstärken das Gefühl der Schwere?

Systemische Ansätze helfen, solche Wechselwirkungen zu erkennen. Statt „gegen“ das schlechte Wetter anzukämpfen, geht es darum, den eigenen Umgang damit zu gestalten – und neue Handlungsspielräume zu entdecken.

Ein Perspektivwechsel kann zum Beispiel bedeuten:

  • den Fokus auf Energiequellen statt Defizite zu lenken

  • Unterstützung anzunehmen, bevor Überforderung entsteht

  • eigene Grenzen bewusst wahrzunehmen

Selbstfürsorge im Herbst – kleine Impulse, große Wirkung

Mentale Gesundheit braucht Pflege. Gerade in den dunkleren Monaten ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Hier einige Impulse, die systemisch inspiriert sind:

  1. Tageslicht & Bewegung: Schon 20 Minuten draußen können Stimmung und Konzentration verbessern.

  2. Rituale schaffen: Feste Routinen geben Halt – etwa ein bewusster Start in den Tag oder eine regelmäßige Reflexionszeit.

  3. Soziale Kontakte pflegen: Gespräche, Austausch oder gemeinsames Lachen sind starke Schutzfaktoren gegen depressive Verstimmungen.

  4. Selbstreflexion üben: „Was gibt mir Energie – was raubt sie mir?“ Diese Frage hilft, Ressourcen sichtbar zu machen.

  5. Hilfe annehmen: Coaching, Beratung oder therapeutische Gespräche sind keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Selbstverantwortung.

Coaching und Weiterbildung: Mentale Gesundheit professionell begleiten

Im Coaching-Kontext spielt mentale Gesundheit eine zentrale Rolle. Fachkräfte, die mit Menschen arbeiten, stehen oft selbst unter hohem emotionalen Druck – umso wichtiger ist es, eigene Grenzen und Ressourcen zu kennen.

Die BSG bietet hierzu passende Weiterbildungen und Coachings an, die Resilienz, Selbstreflexion und systemische Methoden miteinander verbinden.
Ob in der systemischen Beratung, im Coaching oder in AVGS-geförderten Programmen – Teilnehmende lernen, mentale Gesundheit sowohl bei sich selbst als auch bei Klient:innen gezielt zu fördern.

🧩 Beispielhafte Weiterbildungen:

  • Systemische:r Berater:in und Coach:in (IHK & SCGD)

  • Systemische:r Sozialtherapeut:in (SCGD)

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Fazit: Achtsam durch die dunkle Jahreszeit

Schlechtes Wetter lässt sich nicht ändern – aber unsere Haltung dazu schon. Mentale Gesundheit im Herbst bedeutet, bewusst mit Energie, Routinen und Beziehungen umzugehen.
Systemisches Denken hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Handlungsspielräume zu erweitern.

Wer lernt, das Grau von außen nicht nach innen zu lassen, entdeckt oft neue Farben: in Begegnungen, Gedanken und kleinen Momenten, die Licht schenken.

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