Toxisches positives Denken

Ist eine rein positive Einstellung zum Leben, gepaart mit absolutem Optimismus, wirklich immer vorteilhaft, oder kann sie in gewissen Fällen sogar nachteilig sein? Toxische Positivität ist ein Konzept, das sich mit dieser Problematik auseinandersetzt – eine Form des Extremismus im positiven Denken.

Obwohl der Begriff erstmal paradox klingt, wo doch „toxisch“ einen eher schlechten Beigeschmack mit sich bringt und „Positivität“ ein wortwörtlich positiver Begriff sein sollte, lässt sich die Sinnhaftigkeit dennoch nicht von der Hand weisen.

In diesem BSG-Blogartikel wollen wir die selbstzerstörerische Fixierung auf das positive Denken beleuchten.

Positives Denken – Was ist die Gefahr?

Positives Denken und die einhergehende positive Lebenseinstellung bringt natürlich Vorzüge mit sich. Doch auch hier kann ein übermäßiges Extrem oder ein erzwungenes Festhalten an dieser Haltung kontraproduktiv sein. Es ist keine universelle Lösung, in jeder Situation ausschließlich positiv zu denken.

Extreme Beispiele wie Schicksalsschläge, Mobbing oder Unfälle verdeutlichen, dass reines positive Denken nicht immer angemessen ist. Die negativen Auswirkungen solcher Ereignisse überwiegen oft die positiven, und es wäre unangebracht, diese zu ignorieren. Wer in solchen Situationen versucht, lediglich die positive Seite zu sehen, unterdrückt die dominierenden negativen Auswirkungen.

Ist Negativität ein Ausgleich zu toxischem positivem Denken?

Positives Denken benötigt klare Grenzen. Um die positiven Seiten des Lebens wirklich schätzen zu können, brauchen wir negative Aspekte als Vergleich. Das Unterdrücken negativer Gedanken und Emotionen führt dazu, dass wir die positiven Aspekte auf Dauer nicht mehr angemessen wertschätzen, da der Referenzpunkt fehlt.

Ebenfalls läuft man dabei Gefahr, dass diese unterdrückten Gedanken alle gesammelt irgendwann wieder hochkommen und einen dann womöglich überwältigen.

Dementsprechend ist es gar nicht möglich, dauerhaft Glücklich zu sein oder dauerhaft positiv zu denken und alles Negative auszuschließen.

Fazit

Insgesamt bedeutet dies, auch das Negative zu akzeptieren und zu verstehen, dass auch Glück nur eine Seite des Ganzen ist.

Eine rein positive oder negative Sichtweise oder Denkweise entsprechen dem jeweils entgegengesetzten Extrem, welches auf beiden Seiten nicht auf Dauer gut gehen kann.

Eine Selbstreflexion der eigenen Haltung gegenüber verschiedenen Situationen ermöglicht eine Einschätzung, wie nahe man einem der Extreme steht.

 

Ein guter Mittelweg, der zwischen neutraler und positiver Einstellung balanciert, scheint der beste Weg zu sein, das Leben bewusst und verantwortungsvoll zu genießen.

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