Toxisches positives Denken

Pessimismus und eine negative Lebenseinstellung können unser Leben negativ beeinflussen, aber ist es dadurch gegeben, dass eine positive Haltung dem Leben gegenüber und totaler Optimismus, dann gut ist?

Unter Umständen kann sich auch eine optimistische Haltung als schlecht erweisen; nämlich dann, wenn Sie ins Extrem abrutschen.

Dies nennt sich dann toxische Positivität. Obwohl der Begriff erstmal paradox klingt, wo doch „toxisch“ einen eher schlechten Beigeschmack mit sich bringt und „Positivität“ ein wortwörtlich positiver Begriff sein sollte, lässt sich die Sinnhaftigkeit dennoch nicht von der Hand weisen.

In unserem Blog Beitrag vom 10.November 21 (Der Weg zu mehr Lebensqualität mit positive Self-Talk ) haben wir erläutert, wie sich eine negative Denkweise toxisch auf die Lebensqualität auswirkt, haben die Vorteile positiven Denkens dargestellt und einen Weg zu einer Veränderung aufgezeigt.

Der heutige Blog-Beitrag befasst sich mit der anderen Seite der Medaille: um die selbstzerstörerische Besessenheit, in allem nur das positive sehen zu müssen und das negative zwanghaft auszublenden. Denn es gibt eben auch Situationen, in welchen die negative Seite ganz klar überwiegt und eine rein optimistische Sicht auf diese Situation eher einem Verdrängen der aktuellen Gegebenheiten gleicht.

 

Zu extremes positives Denken

Natürlich stimmt es weiterhin, dass eine positive Lebenseinstellung gewisse Vorteile mit sich bringt, dennoch kann sich auch hier ein Extrem oder ein zu starker Selbstzwang zu dieser Haltung eher schädlich auswirken.

Es ist also nicht, wie so manch eine Floskel glauben macht, eine allgemein gültige Lösung, in jeder Hinsicht positiv zu denken.

Schicksalsschläge, Mobbing oder Unfälle sind extreme Beispiele, in welchen dies sehr offensichtlich ist. Hier kann nicht hauptsächlich auf das Positive geschaut werden. Die negativen Auswirkungen solcher Szenarien überwiegen deutlich den positiven und dürfen somit keinesfalls unbeachtet bleiben.

Wer in solchen oder ähnlichen Situationen die positive Seite zu sehen versucht unterdrückt damit die klar dominanten negativen Auswirkungen.

 

Ein wenig Negativität als Ausgleich?

Positives Denken muss also auch seine Grenzen haben. Um überhaupt die guten und positiven Seiten des Lebens auskosten zu können, benötigen wir zumindest einige negative Aspekte als Referenz. Unterdrücken wir die negativen Gedanken und Emotionen, wissen wir die positiven auf Dauer nicht mehr zu schätzen, da wir unseren Vergleich verlieren.

Ebenfalls läuft man dabei Gefahr, dass diese unterdrückten Gedanken alle gesammelt irgendwann wieder hochkommen und einen dann womöglich überwältigen.

Dementsprechend ist es gar nicht möglich, dauerhaft Glücklich zu sein oder dauerhaft positiv zu denken und alles Negative auszuschließen.

 

Fazit

Alles in allem bedeutet dies, zuerst auch das Negative zu akzeptieren und zu verstehen, dass auch Glück nur eine Seite des Ganzen ist.

Eine rein positive oder negative Sichtweise oder Denkweise entsprechen dem jeweils entgegengesetzten Extrem, welches auf beiden Seiten nicht auf Dauer gut gehen kann.

Eine Selbstkontrolle der eigenen Haltung gegenüber allen möglichen Situationen gibt Gewissheit, wie nah man sich an einem der beiden Extreme befindet.

Ein guter Mittelweg, welcher sich irgendwo zwischen neutraler und positiver Haltung einpendelt, sollte der optimale Weg sein, das Leben mit bestem Wissen und Gewissen genießen zu können.

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