Hilfe durch Soziotherapie in der Corona-Krise!

Da gerade zum aktuellen Zeitpunkt viele Patient geringfügig versorgt sind, möchten wir Sie hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass die Soziotherapie gemäß §37a SGB V weiterhin unter verstärkten Hygienebedingungen stattfindet!

Ein Beitrag von Carina Bielstein (Leiterin therapeutische Dienste)
https://bildung-sg.de/profile/carina-bielstein/

Die Corona Krise ist gerade für Patienten mit psychischen Erkrankungen eine enorme Herausforderung. Die Kontaktmöglichkeiten zu Selbsthilfegruppen, soziale Kontakte und regelmäßige Termine außerhalb der eigene Wohnung sind von jetzt auf gleich ausgefallen. Darüber hinaus werden stationäre Aufenthalte verkürzt oder sind gerade nicht ausführbar. Dies führt zu einer massiven Belastung im Alltagserleben. Da gerade zum aktuellen Zeitpunkt viele Patient geringfügig versorgt sind, möchten wir Sie hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass die Soziotherapie gemäß §37a SGB V weiterhin unter verstärkten Hygienebedingungen stattfindet!

Selbst wenn sie aktuell aufgrund der Bestimmungen keine Möglichkeiten haben Patient  zu versorgen, besteht die Möglichkeit Hilfen zu installieren und den Patienten Unterstützung zukommen zu lassen!

Soziotherapie ist eine ambulante Krankenkassenleistung die von folgenden Ärzten verordnet werden darf:

  •  Hausärzte
    (Indikationsstellung 5 Einheiten- über das Verordnungsformular
    Nr. 28)
  •  Fachärzte für Psychiatrie, Fachärzte für Neurologie, Fachärzte der Nervenheilkunde, Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten
    (über die Verordnungsformulare Nr. 26 und Nr. 27)
  • Institutsambulanzen
    (über die Verordnungsformulare Nr. 26 und Nr.27)
  • Kliniken
    (Entlassmanagement, nur 7 Tage gültig, über die Entlassmanagement Verordnungsformulare Nr. 26 und Nr. 27)

Voraussetzung für die Verordnung von Soziotherapie ist eine psychische Erkrankung (ICD F20.0- F20.6; F21; F22; F24; F25; F31.5; F32.3; F33.3) Defizite in folgenden Bereichen sollten vorliegen, wobei eine Fähigkeitsstörung ausreichend für die Verordnung der Soziotherapie ist:

  • Einschränkungen in Antrieb, Ausdauer, Belastbarkeit. Einschränkungen im planerischen Denken, Strukturieren, Handeln und/ oder im Realitätsbezug
  • Einschränkungen in der Kontakt- und Kritikfähigkeit. Konfliktlösungsfähigkeiten fehlen oder sind eingeschränkt
  • Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration und Merkfähigkeit sowie Störungen der Lernleistungen und des problemlösenden Denken
  • Mangelnde Compliance im Sinne eines krankheitsbedingt unzureichenden Zugangs zur eigenen Krankheitssymptomatik und zum Erkennen von Konfliktsituationen und Krisen

Für alle weiteren psychischen Erkrankungen (F00- F99) muss eine der folgenden Einschränkungen vorliegen, um Soziotherapie zu verordnen:

  • Stark eingeschränkte Fähigkeit zur Planung, Strukturierung und Umsetzung von Alltagsaufgaben
  • Einschränkung in der Wegefähigkeit (z.B. durch Ängste)
  • Einschränkungen in der selbstständigen Inanspruchnahme ärztlich oder therapeutische verordneter Maßnahmen
  • Es liegt eine relevante Co- Morbidität vor (psychiatrische oder somatisch Erkrankung)

Bitte nutzen Sie für Patientenanfragen und weitere Rückfragen rund um die Verordnung der Soziotherapie folgende Emailadresse: oder melden Sie sich telefonisch unter der Nummer 0176/ 350 170 23 (Frau Bielstein)

Hausärzte dürfen auch ohne Genehmigung eine Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie ausstellen!

Benötigen haben Sie konkrete Fragen zum Thema Corona und möchten gerne mit einem Therapeuten oder Coach sprechen? Schicken Sie uns gerne eine Mail an .

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