Psychosoziale Beratung im SGB II Kontext

Art: Seminare / Weiterbildung

Umfang: 15 x 4 UE
Maximale Teilnehmerzahl: 15
Investition:

Geeignet für:

  • BehördenmitarbeiterInnen
  • Fachkräfte Sozialwesen

Buchbar als:

  • Inhouse Lösung
  • offene Weiterbildung

Inhalt

Das Schulungskonzept orientiert sich an den Inhalten der Weiterbildung zum Psychosozialen Berater und ist auf die Bedürfnisse von Beraterinnen und Beratern im SGB II Kontext ausgelegt. Die Weiterbildung dient einer handlungsorientierten Weiterentwicklung der täglichen Arbeit im SGB II Kontext. Es werden konkrete systemische Interventionen und die Grundlagen für die Praxis thematisiert. Es werden unter anderem systemische Toos wie systemische Fragetechniken, Genogrammarbeit oder Hypothesenbildung eingeübt. Der Umgang mit Krisen, Konflikten und traumatisierten Menschen stehen sowohl in der Theorie als auch in praktischen Übungen im Zentrum der Weiterbildung. Die gesamte Schulung beträgt 15 Module á 4 Unterrichtseinheiten. Module für die Weiterbildung „Psychosoziale Beratung im SGB II Kontext“
  1. Haltung in der systemischen Beratung
Die Teilnehmer lernen die theoretischen Grundlagen der systemischen Sicht. Den Teilnehmern werden die Werte systemischen Denkens und Handelns nahegebracht, um so Denk- und Lernprozesse anzuregen und diese in den beruflichen Alltag zu integrieren. Am Ende des Seminars sind die Teilnehmer in der Lage, zwischenmenschliche Beziehungen unter Berücksichtigung einer systemischen Sichtweise zu beobachten und mit einer systemischen Wertehaltung im beruflichen Alltag zu agieren.
  • Grundlagen systemischen Handelns
  • Beziehungsmuster in der systemischen Sicht
  • Konstruktivismus
  • Systemtheorie
  • Systemische Werte und Weltbild
 
  1. Arbeiten mit dem Genogramm
Das Genogramm kann als Tool für die Arbeit im Fallmanagement genutzt werden um sehr schnell und übersichtlich biografische Informationen über einen Kunden zu bekommen. Es wird die Methode „Genogramm“ vorgestellt und anhand von einem Beispiel die praktische Anwendung für die Beratungsarbeit erläutern.
  • Vorstellen der Methode
  • Nutzen und Umsetzung in der Beratung
  • Erarbeitung anhand eines Praxisbeispiels
 
  1. Umgang mit Sucht
Suchterkrankungen gehören zu häufigen Problemen in der Beratungsarbeit. Das Seminar stellt die verschiedenen Suchtmittel und Wirkungsweisen vor. Es wird besprochen, was für Anzeichen für eine Suchterkrankung sprechen und wie man diese in der Beratung ansprechen kann.
  • Welche Suchtmittel gibt es
  • Wie wirken Suchtmittel
  • Welche nicht stoffgebundenen Süchte gibt es
  • Wie spreche ich das Thema Sucht in der Beratung an
 
  1. Autorität durch Beziehung
„Autorität ist kein Begriff, der spontan mit Beziehung in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich führt Autorität, die durch Furcht, Bestrafung und Distanz hergestellt wird, eher zum Verlust von Bezogenheit. Wenn sie aber auf Präsenz basiert, das heißt auf der elterlichen Botschaft: »Wir sind da und wir bleiben da!«, dann kann Autorität sogar den wesentlichen Rahmen bieten, der Beziehung möglich macht.“  Zitat Arist von Schlippe Das Seminar beschäftigt sich damit, wie eine gute Beziehungsarbeit dazu beitragen kann, insbesondere junge Kunden (U25) abzuholen und für einen Beratungsprozess zugänglich zu machen. Es wird besprochen, wie durch den Beziehungsaufbau „Systemsprenger“ wieder in einen positiven Kontakt mit dem Jobcenter kommen können umso für weitere Angebote zugänglich zu werden.  
  1. Anlaufstellen und Hilfesystem
Welche Hilfs und Beratungsangebote bestehen im Sozial- und Gesundheitswesen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung? Es wird geklärt, welche Kostenträger zuständig sind und welchen Rechtsanspruch die Klienten haben.
  • Alternativen zur Psychotherapie
  • Was zieht eine Eingliederungshilfe mit sich?
  • Wer ist Ansprechpartner für akute Krisen?
 
  1. Umgang mit Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind in erster Linie eins, und zwar Beziehungsstörungen! Wie gehe ich mit Provokationen, „Heul-Attacken“ oder „grandiosen“ Geschäftsideen von Kunden um? Es wird im Seminar besprochen, welche Formen der Persönlichkeitsstörungen es gibt und wie sich diese auswirken. Es werden Strategien besprochen um sich nicht manipulieren zu lassen und vermeintliche „Katastrophen“ in geregelte Bahnen zu lenken.
  • Formen der Persönlichkeitsstörung
  • Umgang mit Beziehungsstörungen
  • Provokationen nicht persönlich nehmen
 
  1. Lösungsorientierte Beratung 1 + 2
Dieses Modul erstreckt sich über zwei Treffen und erläutert das Ablaufschema einer lösungsorientierten Beratung. In der lösungsorientierten Beratung fokussiert man umgehend mögliche Lösungen für das aktuelle Problem, anstatt sich mit dem Ergründen des Problems auseinanderzusetzen. Die Grundannahmen des lösungsorientierten Beratungsmodells sind:
  • Lösung und Problem sind voneinander unabhängig.
  • Es ist günstig, wenn der Klient die Lösung selbstständig findet und entdeckt.
  • Der Klient trägt alle Ressourcen in sich, um das Problem zu lösen.
Am Ende des Seminars, können die Teilnehmer ein Beratungsgespräch nach dem Muster der LB durchführen und in der Beratungspraxis mit den Kunden anwenden.
  1. Deeskalationsmanagement bei psychisch kranken Menschen
Wie können Übergriffe in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen verhindert werden? Was können Organisationen und Mitarbeiter tun, damit Konflikte nicht eskalieren? Unter der Berücksichtigung einer systemischen Haltung werden diese Fragen behandelt.
  • Muster und Missdeutungen aggressiven Verhaltens psychisch erkrankter Menschen
  • Abbau von struktureller Gewalt in Einrichtungen und Behörden
  • Verhaltens- und Deutungsalternativen im beruflichen Alltag
  1. Umgang mit traumatisierten Menschen
Im Seminar wird ein Basiswissen über Traumatisierungen und deren Auswirkungen vermittelt. Es werden Gesprächstechniken besprochen und Möglichkeiten des Umgangs thematisiert. Außerdem werden Hilfsangebote vorgestellt und die Besonderheiten im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen erläutert.
  • Was ist eine Traumatisierung
  • Formen von Traumatisierung
  • Folgen einer Traumatisierung
  • Umgang mit traumatisierten Menschen
  1. Krisenwissen Suizidalität
Suizidalität ist ein Thema vor dem selbst professionelle Helfer oftmals großen Respekt haben. Wie gehe ich mit Menschen um, die in der Beratung Suizidgedanken äußern? Welche Anlaufstellen kann ich empfehlen? Wann rufe ich einen Krankenwagen? Welche Frühwarnzeichen für Suizidalität kann man erkennen? Auf diese wichtigen Fragen, bietet das Seminar antworten.
  1. Umgang mit Depressionen
Im Seminar werden verschiedene Formen von Depressionen erläutert. Es wird der Umgang mit depressiven Menschen und die besonderen Schwierigkeiten anhand von Fallbeispielen nahegebracht. Ziel des Seminars ist es, ein Verständnis für die Erkrankung und ihre Besonderheiten herzustellen.
  • Welche Formen von Depressionen gibt es?
  • Welche Auswirkungen haben Depressionen?
  • Wie können Menschen mit Depressionen sinnvoll aktiviert werden?
  1. Systemische Fragetechniken
Systemische Fragen eröffnen neue Perspektiven und helfen Ihren Kunden gewohnte Sichtweisen differenzierter zu betrachten. Sie verdeutlichen die Beziehungen zwischen verschiedenen Personen und Systemen in denen sie täglich agieren (Familie, Gruppen, Arbeitsumfeld). Handlungsweisen und Zusammenhänge werden besser verstanden und können in der Folge hinterfragt, beziehungsweise verändert werden. Im Seminar werden verschiede Fragetechniken vorgestellt und gemeinsam erprobt.
  1. Umgang mit Psychosen
Statistisch betrachtet sind 1% der Bevölkerung von einer Grunderkrankung mit Psychotischen Symptomen betroffen. Dies trifft somit auch auf Kundinnen und Kunden des Jobcenters zu. Der Umgang mit dieser speziellen Kundengruppe ist hoch anspruchsvoll und mit vielen „Fallstricken“ versehen. Im Seminar wird den Teilnehmern ein Einblick in dieses komplexe Krankheitsbild gegeben und Möglichkeiten des Umgangs besprochen.
  • Was ist eine Psychose?
  • Wie wirkt sich eine Psychose aus?
  • Worauf muss in der Beratung geachtet werden?
  1. Umgang mit Ängsten, Panik und Zwängen
Menschen mit Ängsten, Panik und Zwängen fällt es besonders schwer, an Gruppenmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten mit vielen Menschen teilzunehmen. Schon der regelmäßige Termin bei der Fallmanagerin kann zu einer unüberwindbaren Hürde werden. Was geht in diesen Menschen vor? Wie sehen Angst-Kreisläufe aus? Was sind körperliche Symptome einer Panikattacke? Wie man Menschen mit diesen Krankheitsbildern Sicherheit geben kann um in die Beratung zu kommen und was zu häufigen Problemen führt, wird im Seminar besprochen.